Theatergruppe Ebersbach-Musbach e.V.

"Der Entaklemmer"

Luststück in fünf Aufzügen

von Thaddäus Troll
ins Schwäbische übertragen aus
"L'Avare" oder "Der Geizige" von Molière

Der Entaklemmer (Franz Geßler, rechts) erklärt seiner Familie und den Hausangestellten, wie ein Schwäbisches Festmahl auszusehen habe: "Aber bevor dr Wei uff de Tisch kommt, wird er mit Sauerwasser verdennt, dass er schee bizzelt. No werdet aus oinera Flasch zwoi." (v.l.n.r. Manfred Hörth, Margit Mangold, Günter Rapp, Silvia Fritz).

Inhalt

Formal und inhaltlich lehnt sich das Luststück an eine über dreihundert Jahre alte Komödie an. 1668 erschien sie zu Paris in französischer Sprache unter dem Titel "L'Avare" - "Der Geizige". Verfasser war ein gewisser Jean-Baptiste Poquelin, der sich das Pseudonym Molière zugelegt hatte.
"Der Geizige" schien Thaddäus Troll (1914 - 1980) auch - und insbesondere - ins Schwäbische zu passen. Deshalb übertrug er ihn ins Jahr 1875 und nach Stuttgart. Um das entsprechende Zeit- und Lokalkolorit möglichst getreu zu treffen, arbeitete er sich durch den gesamten Jahrgang 1875 des "Schwäbischen Merkurs". Harpagon heißt jetzt Karl Knaup und ist ein schwäbischer Unternehmer der Gründerzeit - und, eben, ein Entaklemmer, wie er im Buch steht.
Troll reizten das gut gebaute Stück, die prallen Rollen und nicht zuletzt die schwäbische Sprache, die so viel mehr als das Schriftdeutsch an Bilderreichtum und Wortschatz hergibt, in der es so viele Nuancen zwischen sparsam und geizig gibt: haushälterisch, zuaknöpft, entressiert, p'häb, knausrig, knickig, filzig, schäbig. Und in dieser so betulich und biedermeierlich klingenden Sprache kann man auch bittere Wahrheiten besser und amüsanter ausdrücken als in der Hochsprache. So hat dieses klassische französische Lustspiel neue Reize gewonnen.
Unter einem "Entaklemmer" versteht der Schwabe einen besonders habgierigen Menschen. Warum? Enten pflegen ihre Eier nicht wie Hühner in wohlvorbereitete Nester, sondern einfach - und oft unauffindbar - in die Landschaft zu legen. Deshalb kneift (schwäbisch: klemmt) der Besitzer die Tiere, bevor er sie aus dem Stall läßt, ins Hinterteil. Spürt er dabei, dass die Ente ein Ei trägt, so darf sie nicht ins Freie.

Aufführungen
28. Oktober 2000, 29. Oktober 2000
3. November 2000, 4. November 2000, 5. November 2000

Alle Aufführungen in der Seebachhalle Ebersbach-Musbach

Regie
Silvia Fritz

Darsteller

Karl Knaup, Fabrikant Franz Gessler
Heiner, sein Sohn Manfred Hörth
Elise, seine Tochter Margit Mangold
Otto Schlichthärle
    (unter dem Namen Hugo Hurlebaus), Privatier
Harald Meinhardt
Eugen, sein Sohn, Verwalter bei Knaup Rolf Ummenhofer
Marianne, seine Tochter Sonja Maier
Friedrich Übelmesser, Kommissionär Erhard Scherer
Karline, Heiratsvermittlerin Silvia Blaser
Gottlieb, Hausknecht bei Knaup Günter Rapp
Rickele, Dienstmädchen bei Knaup Silvia Fritz
Emil Epple, Kommissar Reinhard Staubach
   
Souffleuse Karola Laible
Maske Rita Sferruzza
Frisuren Sabine Graf
Gaby Siebenrock
Bühnengestaltung Erhard Scherer
Günter Rapp
Rolf Ummenhofer

   

Grantig beobachtet der Entaklemmer das von seinem Sohn aufgetischte Festmahl.
Darsteller von links nach rechts:
Elise (Margit Mangold), Karline (Silvia Blaser), Eugen (Rolf Ummenhofer), Marianne (Sonja Maier), Heiner (Manfred Hörth) und Karl Knaup, der Entaklemmer (Franz Gessler).

   

Tief getroffen beklagt der Entaklemmer die schlimme Welt. Man hat sein im Garten vergrabenes Geld gestohlen.
Darsteller von links nach rechts:
Elise (Margit Mangold), Marianne (Sonja Maier), Eugen (Rolf Ummenhofer), Kommissar Epple, schreibend am Tisch (Reinhard Staubach), Karline (Silvia Blaser), Otto Schlichthärle (Harald Meinhardt) und Karl Knaup, der Entaklemmer (Franz Gessler).

   

   

Geschwister haben sich wiedergefunden und
fallen sich in die Arme.
Darsteller von links nach rechts:
Kommissar Epple (Reinhard Staubach), Karline (Silvia Blaser), Otto Schlichthärle (Harald Meinhardt), Marianne (Sonja Maier), Eugen (Rolf Ummenhofer) und Karl Knaup, der Entaklemmer (Franz Gessler).

  

  

Kommissionär Friedrich Übelmesser (Erhard Scherer, links) bietet Karl Knaup, dem Entaklemmer (Franz Gessler, rechts) ein gutes Geschäft an.

   
 
 

© Copyright by Theatergruppe Ebersbach-Musbach e.V. - Aktualisiert: Mittwoch, 06-Okt-2004